Galerie Welz

Ursprünge und Gründung der Galerie

1899 gründete Friedrich Welz die gleichnamige Firma „Friedrich Welz, Vergolder“. Sein Sohn Friedrich Maximilian Welz (1903-1980) übernahm 1934 das Vergolder- und Rahmengeschäft seines Vaters in der Sigmund-Haffner-Gasse 16.

Erste Kunstausstellungen fanden 1934 im Hof-Lokal im Palais Kuenburg (Langen-Hof) statt. 1935 präsentierte Friedrich Welz für Salzburg prägende Einzelausstellungen mit Werken von Gustav Klimt, Egon Schiele, Richard Gerstl und Oskar Kokoschka, gefolgt von Ausstellungen der Wiener Secessionisten, des Nötscher Kreises, französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer italienischer Kunst. Es war Friedrich Welz ein zentrales Anliegen, Wegbereiter der Moderne und die damalige zeitgenössische Kunst zu fördern, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und sie salonfähig zu machen. Ab 1936 wurden weitere Ausstellungsräume im Palais Kuenburg adaptiert um Arbeiten der „MODERNEN MEISTER“, unter anderem von Marc Chagall, Lovis Corinth, Paul Gauguin, Max Liebermann, Edvard Munch, Paul Signac, Maurice Utrillo und Maurice de Vlaminck sowie der Österreicher Herbert Boeckl, Anton Faistauer, Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Anton Steinhart, Slavi Soucek, Wilhelm Thöny und Fritz Wotruba zu zeigen.

1937 wurde die Galerie um Ausstellungsräumlichkeiten erweitert um größere Ausstellungen präsentieren zu können. Friedrich Welz mietete dafür zusätzliche Räume in der Villa Wittek in der Schwarzstraße 7 in Salzburg an. In diesen Ausstellungsräumen blieb die Galerie bis 1945, während in der Sigmund-Haffner-Gasse 16 weiterhin die Rahmenhandlung untergebracht war. In der Zeit des Nationalsozialismus erwarb Friedrich Welz im Auftrag der Machthaber für die Salzburger Landesgalerie Kunstwerke und leitete in dieser Zeit die Galerie Würthle in Wien als Galerie Welz Wien. Nach 1945 erfolgten die Rückstellung der Galerie Würthle und Restitutionen diverser Kunstwerke aus der Landesgalerie durch das Land Salzburg.

Verlag

1950 wurde der Verlag Galerie Welz gegründet. Innerhalb kurzer Zeit erwarb sich der Verlag durch seine Autoren und Publikationen eine herausragende fachliche Qualität, die ihm unter den deutschsprachigen Kunstbuchverlagen einen wichtigen Stellenwert einräumte.
Der Verlag publizierte beispielsweise das Oeuvre-Verzeichnis der Gemälde Oskar Kokoschkas (1956), das Werk Gustav Klimts mit einem Werkverzeichnis von Novotny-Dobai (1967), den Oeuvre-Katalog des druckgraphischen Schaffens von Oskar Kokoschka (1975) und das Werkverzeichnis der Gemälde und Aquarelle Anton Mahringers (2004). Zuletzt erschien 2008 das Werkverzeichnis „Oskar Kokoschka - Die Zeichnungen und Aquarelle 1897-1916“. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Monographien und Werkübersichten (darunter zu Friedrich Aduatz, Eduard Bäumer, Herbert Breiter, Hans Fronius, Richard Gerstl, Rudolf Hradil, Giselbert Hoke, Sebastian Isepp, Hannes Mlenek, Max Peiffer Watenphul, Armin Pramstaller, Gottfried Salzmann, Heinz Stangl, Karl Stark, Wilhelm Thöny und Fritz Wotruba), Mappen, Dokumentationen, Sondereditionen (beispielsweise die Friedensreich Hundertwasser Luxusausgabe mit Farblichtdrucken 1974) und Ausstellungskataloge sowie Kunstkalender, Kunstdrucke und Kunstpostkarten.



Gründung der Sommerakademie – Schule des Sehens

Gemeinsam mit Oskar Kokoschka begründete Friedrich Welz 1953 die „Sommerakademie für bildende Kunst“ in Salzburg mit dem Ziel Impulse zu setzen. Die Schüler sollten in der „Schule des Sehens“ durch den Kontakt mit Persönlichkeiten der Kunst lernen zu sehen und eigene Wege zu finden. Welz gelang es, neben Kokoschka auch Giacomo Manzù, Emilio Greco und Fritz Wotruba als Kursleiter zu gewinnen und leitete die Sommerakademie bis zum Ausscheiden von Oskar Kokoschka im Jahre 1963.



Gründung „Moderne Galerie und graphische Sammlung Rupertinum“

Über Jahrzehnte hinweg sammelte Friedrich Welz leidenschaftlich Kunst. Mit der Schenkung seiner umfangreichen persönlichen Sammlung, die das gesamte druckgraphische Werk von Oskar Kokoschka und zahlreiche bildnerische Zeugnisse wichtiger Künstlerinnen und Künstler vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts umfasst, begründete Friedrich Welz 1977 die „Moderne Galerie und Graphische Sammlung Rupertinum“ in Salzburg und legte damit den Grundstein für das heutige Museum der Moderne in Salzburg.



Galerie heute

Die seit ihrem Beginn im Palais Kuenburg situierte Galerie hat während ihres langen Bestehens konzeptionelle und architektonische Adaptierungen vorgenommen. Architektonisch erfuhr die Galerie zwei fundamentale Umbauten: einen ersten von 1958 bis 1960, der sowohl die Räumlichkeiten, als auch die Fassade betraf sowie einen zweiten 1974, der das Erscheinungsbild der Galerie bis heute prägt.

Die langjährige Tradition des Hauses pflegend, fokussiert die Galerie drei Schwerpunkte: die Klassische Moderne, die österreichische zeitgenössische Kunst sowie die österreichische Skulptur nach 1945 von Wotruba, der ersten Generation nach Wotruba bis zur Gegenwart. Auf zwei Etagen präsentiert die Galerie in rund 16 Ausstellungen jährlich Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen der österreichischen und internationalen klassischen Moderne, des österreichischen und deutschen Expressionismus und vor allem österreichische zeitgenössische Kunst.

Die Galerie legt Wert darauf, über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg mit Künstlerinnen und Künstlern zusammen zu arbeiten, ihre künstlerische Entwicklung zu begleiten und in regelmäßigen Abständen zu präsentieren. Gleichzeitig werden immer wieder neue Positionen ins Programm aufgenommen. Hubert Lendl und Martin Kelz kommen aus dem klassischen Kunsthandel und sind seit den 1970ern mit der Galerie verbunden. Gemeinsam leiten und prägen sie heute die Galerie Welz.

Hubert Lendl und Martin Kelz (v. r), geschäftsführende Gesellschafter. „Wir sind ein offenes Haus, uns liegt viel an der persönlichen Beratung und Betreuung unserer Kunden und wir freuen uns, Kunst vermitteln zu können.“



Copyright Fotos Geschichte

  • © Galerie Welz
  • © Archiv Franz Eder
  • © Foto: David Steinbacher, WEST. Fotostudio / www.fotowest.com
  • © Vera von Glasner, Fotostudio Exclusiv Vera von Glasner
  • © Günter Schindlmaier, www.weblinedesign.at